Besuch im Naturschutzgebiet Graswarder - ein vom Meer geschenktes Land

von RADO-Team (Kommentare: 0)

Der Graswarder bildet zusammen mit dem westlich davor gelegenen Steinwarder eine langgestreckte Halbinsel mit einem 230 Hektar großen Naturschutzgebiet an der Küste von Heiligenhafen in Schleswig-Holstein. Als sogenannte Nehrungshalbinsel mit ihren Sekundärhaken und Lagunen wächst sie auf Grund natürlicher Küstendynamikprozesse ständig weiter, ohne dass der Mensch hierfür etwas tun muss. Sie ist also ein Geschenk des Meeres. Jedoch eines, dass sich das Meer auch ganz leicht zurückholen kann - besonders, wenn es zu einem Klimawandel-bedingten Meeresspiegelanstieg kommt.

Die RADOten haben hier von Klaus Dürkop, dem Leiter des örtlichen NABU-Vereins (www.graswarder.de), der das Naturschutzgebiet betreut, viel Wissenswertes über Küstengeologie, Küstendynamik und Küstenschutz erfahren. Und über das oft nicht leichte Naturschutzengagement zur Bewahrung eines solchen Naturschatzes.

Darüber hinaus gab es, trotz kühl-regnerischem Wetter, bei dem man sich ordentlich warm einmummeln musste, ein paar sehr nette, unerwartete Begegnungen mit weiteren Graswarder-Bewohnern. Dazu ein kleiner Fotospaziergang.

 

Text & Fotos: Kristin Beck

Treffpunkt für unsere kleine Landexkursion: Das NABU-Haus vom Graswarder
Eine Schautafel stimmt auf die ungewöhnliche Form der Halbinsel ein. Und darauf, dass hier nicht in erster Linie Menschen zu Hause sind...
Ein Blick in die Ferne lässt noch mehr Ungewöhnliches erahnen: Hier gibt es Meerkühe...
Wir treffen Klaus Dürkop (77 mit weißem Schopf und wachem Kopf), der uns den Graswarder mit all seinen Besonderheiten näher bringen will.
Bei der Kälte und durch perfekte Tarnung hätten wir fast übersehen, dass die erste kleine Kostbarkeit direkt vor der Hüttenwand zu finden ist:
Das Gelege eines Austernfischers, der mit den NABU-Leuten per Du ist, Besucher wie uns aber meidet.
Spatzen, dagegen, scheinen auch hier - wie überall - wenig scheue Zaungäste zu sein.
Und es gibt noch mehr Zaungäste, die keine Angst vor uns haben...
...und an die man richtig nah herankommt: kleine Rachschwälbchen, die grade flügge geworden ein Nest an der NABU-Hüttenwand verlassen haben.
Nach einer sehr spannenden Einführung in Entstehungs-, Naturschutz- und Küstengefährdungsgeschichte des Graswarder erfahren wir
bei einem Rundgang viel über die Tier- und Pflanzenwelt.
Klaus Dürkop setzt 'sein' Naturschutzgebiet auf spannendste für die Journalisten in Szene.
Unter anderem lernen wir das Pfefferkraut Lepidium latifolium kennen, auch breitblättrige Strandkresse genannt.
Die ursprünglich mediterrane Pflanze ist dem Klimawandel nach Norden gefolgt. Alle probieren neugierig von den scharfen grünen Blätter.
Während wir noch Grünzeug kauen, sind plötzlich die Meerkühe ganz nah...
...und noch näher...
...und wir erfahren, dass es aktive Naturschutzmitarbeiter sind mit der Aufgabe, in extensiver Weidemanier durch Tritt und Verbiss die Salzwiesen
kurz zu halten und so die Entwicklung einer möglichst hohen floralen Artenvielfalt zu fördern.
Die RADOten sind begeistert von den schwarz-bunten Naturschützern und so werden enge Freundschaften geschlossen...
Lautstark machen sich noch andere Graswardianer bemerkbar: In einer Kolonie, durch Zäune Fuchs- und Marderhund-geschützt, brütet hier eine Kolonie
von Sturmmöwen, eine von rund 40 Brutvogelarten im Naturschutzgebiet.
Fast übersehen, obwohl in stattlicher Zahl in der Kolonie vorhanden...
...hätten wir die kleinen tarnfarbig-grauen Flauschknäule der Küken, die grade mal eine Woche alt waren und einfach echt süß...
...wirklich echt süß...
...weshalb alle diese besonders nette Naturbegegnung - die Kleinen hatten nur eine ganz geringe Fluchtdistanz - vielfach im Bild festgehalten haben...

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